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Wo ist eigentlich gestern

Fast nur dunkle Farben, viel Schwarz, dunkel schimmerndes Blau, an einigen Stellen ein tiefes Rot und ganz wenige Ansammlungen von hellem Grün, Orange und Weiß. Alles sorgfältig mit Pinsel auf eine Leinwand aufgetragen. Öl auf Leinwand eben, wie die wohl am weitesten verbreitete Materialangabe in der Kunstgeschichte lautet.

Auf einer der Leinwände in der Serie von Bildern, von denen dieser Text handeln soll, sind genau diese und etliche andere Farben versammelt (siehe Abbildung „Nacht in Karl Kutter“). Bei genauerem Hinsehen finden sich auch etliche Zwischentöne, doch es ist auffällig, wie klar getrennt voneinander die Farben auf dieser und allen anderen in der vorliegenden Publikation abgebildeten Leinwänden aufgetragen sind. Je näher man an die Bilder herankommt, desto deutlicher wird, dass die ureigene Qualität von Öl auf Leinwand hier auf den Kopf gestellt wird. Gerade die sehr lange Zeit, die Öl im Gegensatz zu anderen Pigmentträgern zum Trocknen braucht, erlaubt es einem Künstler normalerweise, über eine sehr lange Zeit in das Bild einzugreifen und der Farbe dabei den Hauch einer anderen Farbe beizumischen oder sie ganz leicht mit den direkt daneben aufgetragenen Farben verschmelzen zu lassen.

Genau das tun Römer+Römer nicht. Das Künstler-Duo betreibt sogar einen großen Aufwand, um ineinander übergehende Farbverläufe zu vermeiden. So müssen die beiden Künstler zum Beispiel einzelne Stellen lange trocknen lassen, bevor sie überhaupt weiterarbeiten können. Sie müssen an vielen Leinwänden gleichzeitig malen, um eben erst zum richtigen Zeitpunkt des natürlichen Trocknungsprozesses mit ihrer Arbeit an einer bestimmten Leinwand fortzufahren und so die radikale Trennung der Farben zu sichern.

Während der letzten zehn Jahre hat das Künstler-Duo diese ganz eigene Maltechnik immer wieder verfeinert und ausgelotet, sodass Römer+Römer inzwischen auf mehr als 300 Werke zurückblicken können, die ihre charakteristische Maltechnik variieren. Dabei nutzen sie eine merklich reduzierte Farbskala, die die Millionen von Farben, die beispielsweise eine Digitalkamera normalerweise braucht, um alle Informationen in einem Bild in distinkte Farbpunkte aufzufächern, auf deutlich weniger Farben reduziert. Es bleiben vielleicht ein paar Hundert Zwischentöne übrig. Was nach viel klingt, führt in der Anwendung zu abrupten Wechseln zwischen den Farbtönen. Gleichzeitig führt die Technik dazu, dass an anderen Stellen größere Ansammlungen von Punkten exakt dieselbe Farbe haben. Alle Nuancen von Schwarz im Vordergrund eines Bildes werden häufig in ein und demselben Schwarzton komprimiert. Bei anderen Bildern führt die Malart zu einem beinahe spielerischen Ergebnis, wenn etwa ein Wolkenausschnitt zu unregelmäßig geformten, ineinander verschränkten Farbfeldern mutiert. Wie die Künstler im Gespräch bestätigen, werden Motive, in denen zwangsläufig größere monochrome Felder vorkommen, wie zum Beispiel Asphalt in einer typischen Straßenansicht oder weiße Decken in Ansichten von Innenräumen, immer schnell verworfen. Oft werden sie nicht einmal ausprobiert.

Wie es inzwischen schon zweijährige Kinder vom Herumspielen mit berührungsempfindlichen Displays kennen, muss der Betrachter „auszoomen“ und sich gedanklich vom Bild entfernen, um in den Tausenden einzelnen Bildpunkten ein Motiv erkennen zu können. In dem oben besprochenen Bild mit seinen überwiegend schwarzen, roten und blauen Punkten muss das Auge besonders lange suchen, bis plötzlich zwei Figuren im Vordergrund auftauchen: ein Mann rechts, links eine Frau – einander zugewandt. Streift das Auge über den Bildhintergrund, erkennt es in dem Meer einzelner Punkte in der horizontalen Bildmitte eine ganze Reihe von vielen, vielleicht fünfzig, Gruppierungen etwas hellerer Punkte, die dem Betrachter wie eine Reihe tanzender Menschen vorkommen. Allmählich verdichten sich die orange, hellgrünen und weißen Sektionen darüber zu so etwas wie Lampen, vielleicht Scheinwerfern, die in den dunklen Bildraum hineinstrahlen. Wenn das Auge sich wieder auf die zwei Gestalten im Vordergrund konzentriert, scheint die Situation klar: Die Frau trinkt aus einer Flasche, wahrscheinlich Bier, und wir haben es insgesamt mit einer großen Menschenmenge zu tun, die im Dunkel der Nacht tanzt und feiert.

Die Vorlage für das Bild stammt, wie bei allen anderen Bildern in dieser Publikation, aus einer Aufnahme, die die Künstler selbst gemacht haben. Sie haben das Material, teils Video, teils digitale Fotografie, beim inzwischen legendären „Fusion-Festival“ aufgenommen, das jährlich in dem kleinen mecklenburgischen Dorf Lärz stattfindet. Ein unabhängiger Kulturverein veranstaltet seit 1997 auf dem Gelände eines verlassenen Militärflugplatzes das Musik- und Kulturfestival, zu dem anfangs 600 bis 800 Techno-Fans aus dem näheren Umfeld der Veranstalter angereist sind. Inzwischen pilgern jedes Jahr 60.000 bis 70.000 Festivalbesucher nach Lärz. Für ein paar Tage wächst eine Zeltstadt am Rande des Festivalgeländes heran, dessen Einwohnerzahl bei Weitem die der dort fest ansässigen Dorfbewohner übersteigt. Es bildet sich für wenige Tage eine utopische Gemeinschaft Gleichgesinnter, die sich ohne Rücksicht auf die reale Welt dem Sog der Musik und dem kollektiven Rausch hingibt. Immer wieder wird betont, dass es den Organisatoren gelungen ist, dem enormen Popularitätszuwachs zum Trotz mehr als nur einen Hauch des ursprünglichen, anti-kommerziellen Geistes zu erhalten. Wohl für fast alle Besucher einer der wichtigsten Gründe, herzukommen.

Aber was treibt Römer+Römer auf der Suche nach Motiven für ihr seit zehn Jahren bestehendes malerisches Projekt zu einem solchen Festival? Ist es die Abwesenheit von kommerziellen Sponsoren? Ist es die von DJ Eule aufgelegte Techno-Musik? Ist es die utopische Gemeinschaft auf Zeit von Menschen so unterschiedlicher sozialer und kultureller Schichten, an der die Künstler durch ihre Bilder teilhaben möchten?

Drei Jahre nacheinander haben Nina und Torsten Römer immer wieder das Festival aufgesucht – jeden Sommer von 2012 bis 2014. Dabei haben sie sich äußerlich wohl kaum von den anderen Festivalgästen unterschieden, abgesehen davon, dass sie leidenschaftlicher als die meisten anderen mit ihren Digitalkameras beschäftigt waren. Sie müssen gespürt haben, dass sie hier erneut den Typ von Bildern vorfinden können, der sich so besonders gut für ihre ganz spezielle Maltechnik eignet. Sie haben Menschenmengen gesehen, die auf engem Raum zusammengepresst waren. Sie haben Situationen bei Nacht und Tag beobachtet, sie haben einzelne Personen in sehr ausgefallenen Posen gefunden, umgeben von einem bunten Meer von Farben. Sie haben die Menge von oben fotografieren und so immer wieder neue Hintergründe und Bildkompositionen erzeugen können. Allein durch die visuellen Impulse, die von der bizarren Menschenmenge ausgegangen sind, war es ihnen möglich, ihren privaten Bilderkosmos weiter auszubauen.

Um den Grundton des vorläufigen letzten Kapitels dieses Kosmos zu beschreiben, den die Künstler beim „Fusion“ vorgefunden haben, scheint es notwendig, auf die Bilder zurückzublicken, die in den letzten zehn Jahren entstanden ist. Darin erkennt man, wie die Suche nach Motiven im näheren Umfeld der Künstler in Berlin-Kreuzberg angefangen hat. Die Serie mit dem Titel „Bistro Bagdad“ ist hierfür ein prägnantes Beispiel. Römer+Römer haben darin ein buntes urbanes Milieu porträtiert, in dem ganz unterschiedliche Ethnien auf engstem Raum einen Stadtteil voller Brüche und Gegensätze hervorbringen. Die Motive wirken auffällig nicht-komponiert und zeugen in ihrer gespielten Beiläufigkeit natürlich trotzdem – oder erst recht – von der intensiven vorangegangen Motivsuche.

Bald darauf legen die Bilder eine noch bewusstere Motivsuche nahe. Gezielt reisten Römer+Römer nach Korea und Japan sowie Jahre später nach Rio de Janeiro, um nach Fortsetzungen für das angefangene Bilderkompendium zu suchen. Es entstanden bei den Reisen mehr als 6000 Einzelaufnahmen, ein riesiges Archiv, aus dem erst im Nachhinein am Rechner vereinzelt Bilder gefiltert, beschnitten und farblich bearbeitet werden.

In Korea haben die Künstler schon vor Ort bemerkt, dass sie nicht das finden würden, wofür sie hingereist waren. Die Menschenmenge war äußerlich stets uniform und angepasst, visuelle Kontraste und Brüche gab es nicht. Was sie aus Kreuzberg kannten, ließ sich dort kaum wiederfinden. In Japan war das anders. Die Jugendkultur der Manga-Verehrer und Anime-Liebhaber bestach durch eine ganz neue visuelle Oberfläche. Bunte, fast flimmernde Kompositionen, die sich mühelos in die ganz eigene Maltechnik der Künstler übersetzen lassen, waren dort die Regel. Auch beim Karneval in Rio de Janeiro gab es Farben, Glitter und Lichter zuhauf, für die Künstler war die Szenerie dennoch eine Herausforderung: Die Tänzer auf den Karnevalswagen leben und brennen dafür, sich in Szene zu setzen, sich fotografieren zu lassen, eine Pose einzunehmen. Die visuelle Oberfläche des Spektakels entspricht also dem, was die Künstler suchen, aber die Intention dahinter ist eine vollkommen andere. Beim Karneval handelt es sich um ein Fest der Farben, das aber nur deshalb inszeniert wird, um von Tausenden gesehen zu werden. Die Aufnahmen, aus denen Römer+Römer nach der Rückkehr ins Atelier Vorlagen für ihre Bilder auswählen wollten, erweckten zu sehr den Eindruck von Urlaubsfotos, wie sie jedes Jahr tausendfach in Rio gemacht werden. So war es nicht leicht, aus dem Raster der vorhersehbaren und inszenierten Bilder auszubrechen.

Beim „Fusion-Festival“ in Lärz scheint dieses Problem plötzlich gelöst zu sein. Die Festivalgäste sind bunt gemischt, doch sie nehmen vor niemandem Posen ein. Und wenn sie es doch einmal tun, sind es Posen, die darauf angelegt sind, nicht als Posen zu erscheinen. Es gibt eine riesige Menschenmenge, aber sie ist nicht monochrom gekleidet. Auch der Hintergrund der Motive ist fast nie großflächig einheitlich, sondern heterogen, bunt und gemischt. Den suchenden Augen der Künstler war es möglich, Ausschnitt und Blickwinkel auf die Besucher immer wieder zu variieren und dadurch die entstandenen Aufnahmen neu zu komponieren. Auf diese Weise ist es Römer+Römer gelungen, einen eigenen visuellen Kosmos zu kreieren, der seinen Ursprung in diesem außergewöhnlichen Techno-Festival hat und dennoch kein Abbild davon ist. Die dabei entstandenen Leinwände sind zu einem eigenständigen Block innerhalb der seit zehn Jahren andauernden Motivsuche der Künstler geworden.

Römer+Römer wechseln mühelos von einem einzelnen Bild, auf dem ein politisches Banner im Zentrum steht, das bei einer spontanen Demonstration auf dem Festival plötzlich ausgerollt wurde, zu Nachtaufnahmen, auf denen kleine belichtete Inseln magisch leuchten, als ob sie auf einer Bühne der Zufälligkeiten inszeniert wurden. Auf einem weiteren Bild sieht man zwei einander Umarmende mitten auf einem leeren Feld. Als Betrachter denkt man sich fast unweigerlich die in diesem Moment abwesende Menschenmenge hinzu, die man von den anderen Bildern kennt. Zu dem Wechsel der Motive gesellt sich ein fast spielerischer Umgang mit Formaten. Es gibt extreme Hochformate, in denen das Motiv seitlich so stark beschnitten ist, dass es zu einer extremen Verdichtung kommt. Andere Bilder weisen ein fast übertrieben filmisch wirkendes Breitbildformat auf. Sogar ovale Leinwände erscheinen in der Serie, was einen stark zentrierten Blick auf das Geschehen in der Bildmitte lenkt.

Römer+Römer haben auf dem „Fusion-Festival“ das anscheinend perfekte Material für ihr malerisches Projekt gefunden. Bis heute. Morgen geht die Motivsuche vermutlich wieder von vorne los.

Johan Holten

(Text aus dem Katalog zur Ausstellung Römer + Römer - Wo ist eigentlich gestern, Galerie Michael Schultz, Berlin, 2015)

english version

Where is yesterday, actually

Almost only dark colors, lots of black, dark shimmering blue, in some places deep red and a few clusters of bright green, orange and white, all carefully applied on canvas with a brush. Oil on canvas, just as the most widely specified materials in the history of art.

On one of the canvases is a series of images, around which this text is centered: exactly these and many other colors are accurately assembled (see figure “Night in Karl Kutter”, Page 41). On closer inspection, there are also many shades and hues, but it’s striking how clearly separated the paint is applied on this and all the other canvases shown here. The closer you get to the pictures, the clearer it becomes that the innate quality of oil-on-canvas is reversed. Compared to other pigment bases, oil takes a long time to dry; this allows an artist to intervene and to add a touch of another color or to easily touch it up with a dab to the right or left, thus blending colors which were distinctly separated.

This is exactly what Römer + Römer do not do. The artist couple even makes a great effort to avoid merging one hue into another. The two artists have, for example, to allow large areas to dry long before they continue to work. They paint simultaneously on many canvases and continue until the right time of the natural drying process with their work on a given canvas and so secure the radical separation of colors.

During the past decade, the artists have explored and refined this, their very own technique; Römer + Römer, therefore, can now look back on more than 300 works that repeatedly vary their characteristic technique. They use a considerably limited range of colors, which reduces the millions of hues, for example, which a digital camera typically needs to separate all the information in an image into distinct color pixels, to significantly fewer colors. What remain are perhaps a few hundred hues. Even that sounds like a lot, but it results in the application to abrupt changes in hue and shade. At the same time, the technique results in that larger accumulations of paint at other points have exactly the same hue. All shades of black in the foreground of an image are often compressed into the same shade of black. In other images, their method of painting ends in an almost playful result when an irregularly shaped cloud-cutout is surrounded and is transformed and interlaced by swaths of paint. As the artists confirm, motifs in which larger monochrome fields inevitably occur – such as asphalt in a typical street view or a white ceiling in views of interior spaces, they are always quickly discarded. Often they will not even try for this.

Nowadays we see two-year old children playing with touch-sensitive displays; the viewer now has to ‘zoom out’ and removes himself from the image intellectually to recognize a motif in the thousands individual pixels. In the above-discussed image, with its predominantly black, red and blue dots, the eye has to look a long time to suddenly discern two figures in the foreground: a man on the right, a woman on the left, and they are facing each other. When the eye scans the painting’s background, it recognizes, within a sea of individual points in the horizontal center of the picture, a whole series of many, perhaps fifty, groupings, somewhat brighter points that appear as a number of people dancing. Gradually, orange, light green and white sections gather about something like lamps, headlights maybe, which radiate into the dark image area. If the eye is again focused on the two figures in the foreground, the situation seems clear: The woman drinks from a bottle, probably beer, and we have a complete picture dealing with a large crowd dancing and celebrating in the dark of the night.

The template for the image is derived, as with all other images in this publication, from a photograph that the artists made. They have the material, some of it as video, some of it digital photography, from the now legendary “Fusion Festival”, which takes place annually in the small Mecklenburg village of Lärz, a few kilometers from Lake Müritz. Since 1997, an independent cultural association has been organizing a music and cultural festival on the grounds of an abandoned military airfield; the first 600 to 800 techno fans came from the immediate surrounding area. Now, and annually, 60,000 – 70,000 festival goers make a pilgrimage to Lärz. For a few days a tent city can be seen on the edge of the festival area, whose population exceeds by far that of the resident villagers. For a few days it makes up a utopian community of the like-minded, who give themselves without regard to the real world to the pull of music and the collective noise. Again and again it is emphasized that the organizers have managed to maintain more than just a hint of the original, anti-commercial spirit in spite of the huge growth in popularity. For most visitors it is one of the most important reasons to come here.

What drives Römer + Römer, who in the last decade have been searching for motifs for their artistic project, to attend such a festival? Is it the absence of commercial sponsors? Is it techno music played by DJ Eule? Is it the utopian community in time of people so different social and cultural backgrounds on which the artists would like to participate by their images?

Every summer, from 2012 to 2015, Nina and Torsten Römer have visited the festival. Outwardly they cannot be distinguished from the other festival guests, apart from the fact that they, as most others are more passionately busy with their digital cameras than the others. They must have felt that they could once again find the type of images here, so particularly well-suited for their very special painting technique. They see crowds that were pressed together in a confined space. They observe situations by night and day; they find individuals in very unusual poses, surrounded by a colorful sea of colors. They photograph the crowd from above and so again and again create new backgrounds and compositions. Simply by visual impulses from the bizarre crowd, they have been able to expand their private photographic cosmos.

In order to describe the tone of the preliminary final chapter of this cosmos, which the artists have found at “fusion”, it seems necessary to look back at the images which have emerged in the last decade. In them you can see how the search for motifs in the immediate vicinity of artists began in the Berlin district of Kreuzberg. The series with the title “Bistro Bagdad” is a striking example of this. Römer + Römer portray a colorful urban environment in which very different ethnic groups, in confined spaces, bring a neighborhood full of disconnects and contradictions. The motifs are strikingly non-composed and testify anyway in their played casualness naturally – or even more so – to the intense preceded scouting.

Just after that, the images suggest an even more conscious scouting for motifs. Römer + Römer travelled very deliberately to Korea and Japan, and years later to Rio de Janeiro, to search for sequels to their already begun compendium. During their trips they accumulated more than 6,000 individual photographs, a huge archive, from which they filtered images on the computer, which are then edited, trimmed and color-adjusted.

In Korea, the artists soon noticed that they would not find what they were looking for. The crowds were outwardly always uniform and visual contrasts and disconnects did not exist. What they knew from Kreuzberg they did not find there. In Japan, it was different. The youth culture of manga lovers and anime admirers was captivating with their brand new visual interface. Colourful, almost shimmering compositions that can be almost effortlessly translated into the very own technique of the artists were there the rule. Also at the Carnival in Rio de Janeiro, colors, glitter and lights abound; still, for the artists, the scene was a challenge: The dancers on the floats live for and are burning to be photographed. The visual surface of the spectacle therefore corresponds to what the artists are looking for, but the intention behind it is completely different. Carnival is a festival of colors, which is only staged to be seen by thousands. The photographs, from which Römer + Römer, after returning to the studio, wanted to select templates for their pictures, aroused too much the impression of vacation photos, as they are made thousands of times in Rio every year. It was, therefore, not so easy to break out of the pattern of the predictable and staged pictures.

In the case of the “Fusion Festival” in Lärz, this problem seems to be suddenly solved. The Festival guests were very mixed, but they do not pose for anybody. And if they do so, there are poses that are designed to not to appear as such. There is a huge crowd, but it is not dressed monochrome. Even the background of the motives is almost never a large uniform area, but heterogeneous, colorful and mixed. To the searching eyes of the artists, it was possible to vary the frame and perspective on the visitors repeatedly and thereby to re-compose the resulting photographs. In this way, Römer + Römer managed to create their own visual cosmos which has its origin in this extraordinary techno-festival, yet is not a reflection of it. The resulted canvases have become a separate block within the artists’ current decade of work.

Römer + Römer switch effortlessly from a single canvas, in which a political banner stands in the center, rolled out suddenly during a spontaneous demonstration at the festival, to night shots, where small illuminated islands of magical lights were staged as if on a stage of coincidences. On another picture you can see a couple embracing in the middle of an empty field. As a spectator, you almost imagine the crowd inevitably absent at this moment, the crowd you know from the other works. To the change of motifs is joined an almost playful handling of formats. There are extremely high-formats in which the subject is laterally so severely shortened that there is an extreme compression. Other images have an almost exaggeratedly cinematic widescreen. Even oval screens appear in the series, which directs a highly-centric view of the action to the center.

In the “Fusion Festival” Römer + Römer have apparently found perfect material for their painting project. Until today. Tomorrow the scouting will probably begin all over again.

Johan Holten

(Text from the catalogue of the exhibition Römer + Römer - Wo ist eigentlich gestern, Galerie Michael Schultz, Berlin, 2015)

 

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