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Römer & Römer – Malerei im Zeitalter globaler Realität

Nina und Torsten Römer gehören zu einer Künstlergeneration, für die die technischen Bildmedien mit ihren Dokumentations- und Bearbeitungsmöglichkeiten wie selbstverständlich für die Produktion von Kunst zur Verfügung standen und dabei neue ästhetische Bedingungen schufen. Für Römer & Römer hat dies zur Folge gehabt, dass sie ihre Malerei in einem engen, sehr konkreten Verhältnis zur Fotografie und den Fähigkeiten des Computers entwickelt haben. Ihr Malen ist von daher zu einem Abbildungs- und Darstellungsprozess geworden, der kaum von unmittelbarer Inspiration beeinflusst ist oder von formaler kompositorischer Arbeit gesteuert wird. Bildproduktion bedeutet für das Künstlerpaar, Fotografie in Hinblick auf die Malerei einzusetzen, also die selbst gemachten Fotos als Vorlagen auszuwerten und später in das Medium Ölmalerei umzusetzen. Insofern entwickelt sich die Kunst von Römer & Römer keineswegs ausschließlich in einem malenden Vorgang, sondern beginnt bereits mit dem Fotografieren und der Bildbearbeitung der Fotos im Rechner. Bei ihrer Kunst handelt es sich demnach um einen komplexen Prozess, dessen Ziel und Ergebnis zwar das gemalte Bild ist, jedoch bedarf dessen Herstellung einer Vorarbeit, die technischer Natur ist und zugleich in der Kommunikation darüber besteht, welche Motive, welche Ausschnitte später auf die Leinwand gemalt werden. Es dürfte einleuchten, dass nur die aussagefähigsten Fotos in großformatige Malerei übersetzt werden. Die Malerei des Künstlerpaares verhehlt diesen fototechnischen Vorlauf nicht, er findet in der Übersetzung der technischen Bildeigenschaften in Malerei seinen Ausdruck und zeigt sich auf der Bildoberfläche durch gemalte Pixel, Farbpunkte und Farbflächen, die in ihrer Summe den Eindruck des Bildes entstehen lassen und bestimmen.

Im letzten Jahr bereisten die beiden Künstler verschiedene Länder und besuchten große Städte. Dabei haben sie zahlreiche Momente und Eindrücke fotografisch festgehalten. Ihre Reisen führten beispielsweise nach Casablanca in Marokko, nach Korea, wo sie die Grenze zu Nord-Korea sahen, sie bereisten Italiens Süden, Sizilien, ebenfalls fuhren sie nach Paris und Madrid sowie Wladiwostok in Russland. Bei den Fotos, die unterwegs entstanden, haben Römer & Römer vor allem Szenen und Situationen in Städten fotografisch festgehalten. Es sind Momente, die ihnen als Besucher dieser Länder als besonders markant auffielen. Doch schossen sie keine typischen Touristenfotos, sondern sie machten ihre Reisebilder unter professionellen Gesichtspunkten, das heißt, unter den Gesichtspunkten einer potentialen Malerei. Natürlich waren Römer & Römer als Künstler mit einer geschulten Wahrnehmung unterwegs und von daher sind die mitgebrachten Fotos keine üblichen Souvenirs, sondern vor allem Bildmaterial von einer Welt, die sich unter den Bedingungen von Technisierung und Globalisierung rasant verändert hat.

Betrachtet man die neu entstandene Bilderserie, die sich als Malerei thematisch und atmosphärisch deutlich auf die fotografierten Vorlagen bezieht, so kann man den Eindruck gewinnen, dass die Künstler ihre Reiseeindrücke vor allem unter folgender Fragestellung festhielten: „Wie hängt alles zusammen und welchen Platz haben wir in dieser Geschichte unseres Lebens in dieser großen Welt?“ Tatsächlich ist diese einfache Frage eine große Frage und die Antwort, die die Künstler mit ihren großen Bildern geben, ist komplex und vielgestaltig. Sie handelt zugleich von Bekanntem und von Unbekanntem, das ihnen begegnete: Die Amüsierlust der Koreaner auf einem Rummelplatz unweit der traurigen, scharf markierten Grenze zum Nordteil des Landes hat sie genauso erstaunt, wie die farbenprächtigen Dekorationen bei einem indischen Fest in einem Stadtteil von Paris. Weniger ungewöhnlich hingegen erschien ihnen gewiss die mit Jeans und chicen T-Shirts bekleideten Mädchen, die sich im sizilianischen Catania am Wochenende auf einer Piazza treffen oder die Darstellung von jungen Leuten bei einem Woodstock-Revival-Festival in Polen. In Marokko fiel Römer & Römer die Buntheit des Alltags in der Tristesse heruntergekommener Architektur auf, wie auch die Möglichkeit der Menschen, draußen Dinge zu tun, die man in Deutschland vor allem in Innenräumen betreibt – gemeint ist hier, Tischfussball zu spielen. Der Blick der Künstler richtete sich nach allen Seiten, er ist offen, interessiert sich an der Öffentlichkeit - an politischen Manifestationen, an Straßenszenen, an Festen und Aufzügen. Hinzu kommen ebenfalls Darstellungen von Innenräumen – auch hier sind es öffentliche Bereiche - Kneipen, Cafés oder Läden. Dieser Blick nimmt das Besondere im Alltäglichen wahr. Wichtig scheint für die Künstler, dass viele Menschen im Bild sind, dass es zahlreiche Details gibt, dass es etwas zu Sehen gibt, dass visuell etwas geschieht ... und in ihren Bildern geschieht immer Vieles. Das Dichte und Komplexe, das die Künstler mit der Kamera in Städten und bei Massenveranstaltungen festhielten, gibt ihnen dabei die unmittelbare Möglichkeit ihre malerischen Qualitäten, ihre maltechnische Kompetenz zu demonstrieren. Was auf den eher kleinformatigen Fotovorlagen im Gewimmel der Farben kaum noch erkennbar ist, wird in der großformatigen Malerei seltsam greifbar, überdeutlich und erst in solcher Kompaktheit verständlich: diese Welt – vor allem in den Ballungsräumen - ist voll gepackt, voll gestaut mit Menschen und Dingen, sie wirkt komplex und hoch verdichtet.

All die Einzelheiten, die Römer & Römer in ihren Bildern malen, wirken deshalb wie geschichtet und gebaut – dies gilt sogar für einen transluziden, wolkenlos blauen Himmel. Doch evoziert solche Malerei keine Statik – immer, so hat man das Gefühl, ist das Momentane und die kommende Bewegung, die unser Leben und seine Orte permanent durchflutet, mitgedacht und mitgemalt.

Passagen dieser Bilder erkennt man aus der Distanz wie gestochen scharf - sie geben erst beim näheren Herantreten zu erkennen, dass sie aus vielen addierten Farbschichten, aus hunderten Punkten und kleinen Flecken zusammengesetzt sind. Manchmal erscheint eine geradezu impressionistische Atmosphäre in diesen Bildern vorzuherrschen, doch entsteht dieser Eindruck vor allem aufgrund eines präzis kalkulierten Vorgehens, denn er beruht auf einer geradezu objektiven Malerei, die mit den Möglichkeiten des Seriellen und Informellen – exakten Farbpunkten oder Streifen – arbeitet, oder aber mit einer flächigen Verteilung von Farben. Hier wird also in der Hauptsache mit rationalen Bildmittel gearbeitet. Dies mit der Vorstellung, bildnerisch eine hohe Verdichtung bei der Darstellung zu erreichen. und ebenfalls mit der Absicht eine geradezu suggestive Wirkung auf die Betrachter auszuüben, denn solche Malerei wird immer auch im Gedanken eines Ausdrucks von Emotionalität und Vitalität erlebt.

Man merkt den neuen Bildern an, dass die beiden Künstler staunend auf Reisen waren, und doch stießen sie dabei immer wieder auf Bekanntes – etwa auf große Reklameflächen, die ein braunes Erfrischungsgetränk anpreisen, oder auf Werbung für Internet-Cafés und Kommunikation, die mittlerweile tatsächlich so etwas wie ein „globales Dorf“ haben entstehen lassen.

Ihre Bilder sind keineswegs exotisch im Sinne einer Verklärung - dies erkennt man spätestens, wenn man die für die Ausstellung ebenfalls neu entwickelten Arbeiten mit Szenen aus Berlin betrachtet, denn das dargestellte Fest junger Leute auf der Karl-Marx-Allee oder eine Demonstration von Schwulen und Lesben, wirkt in ihrer Malerei genauso lebendig und intensiv, wie die leuchtenden Farben oder das strahlende Licht, das ihnen in Asien oder Nordafrika auffiel.

Typisch für die Beobachtung und die Malerei der beiden Künstler ist es, dass sich in ihren Bildern der Alltag als eine globale Realität zu erkennen gibt, denn mittlerweile sind Reklame und Werbung überall auf der Welt recht ähnlich und bilden eine Art von optischem Hintergrundrauschen in den großen Städten und Metropolen. Die Welt, dieses elektronische Dorf, erscheint in diesen Bilden überraschend unterschiedlich – dies hat mit der künstlerischen Notwendigkeit zum genauen Hinsehen und Differenzieren zu tun, wie mit der Fähigkeit, die schnappschussartig festgehaltenen Situationen adäquat in Malerei zu übertragen.

Man kann bei der Kunst dieses Duos sehend lernen, wie man sich unterschiedlichen Kulturen respektvoll annähern kann, auch um dabei die eigene Kultur in ihrer Veränderung besser zu begreifen. Eine solche Perspektive unterscheidet dann weniger zwischen dem Eigenen und dem Fremden, sondern begreift vielmehr die Dynamik und Bewegung in der Veränderung, als Indiz für eine aufkommende Weltkultur, deren Umrisse bislang nur im Ansatz zu erkennen sind. Die Lebendigkeit ist ein markantes Zeichen dieser neuartigen Kultur. Paradigmen entstehen ihr zudem aufgrund der technischen Revolution, die sie zugleich hervorbringt und die sie verändert, wie auch durch die ökonomischen Bedingungen, über die in Zukunft bestimmt noch viel zu sprechen sein wird. Von all dem handelt die Kunst von Römer & Römer – dies vor allem unterschwellig. Mit ihrem unvoreingenommen Blick entwickeln die Künstler eine Offenheit der Darstellung, die unideologisch ist und damit die Qualität besitzt, die komplexe Gleichzeitigkeit von Wirklichkeitsphänomenen zur Kenntnis zu nehmen, ohne sie vorschnell zu vergleichen, sie zu bewerten oder auszublenden. Der Weg dorthin geht über die Fotografie, den Computer und das Malen, also über eine technische und malerische Beschreibung visueller Phänomene. Genaues Hinsehen, exaktes Übertragen ins Bildnerische. Eigentlich sind dies bewährte künstlerische Praktiken, um über die Wirklichkeit Auskunft zu geben. Werden sie konsequent betrieben und eingesetzt, so entstehen immer wieder Möglichkeiten, neue Erkenntnisse zu gewinnen und die Welt mit neuen Augen anzusehen.

Peter Funken

(Text aus dem Katalog zur Ausstellung Römer + Römer - Based on a true story im Today Art Museum, Peking, 2009)

 

english version

Römer & Römer – Painting in the Age of Global Reality

Nina and Torsten Römer belong to a generation of artists, for who technical visual media with their possibilities to document and to process were naturally available for the production of art and who therewith created new aesthetic conditions. As a consequence, Römer & Römer developed their painting in a close and very concrete relationship to photography and the possibilities of the computer. Thus, their painting became an imaging and presentation process, which is hardly influenced by direct inspiration or controlled by formal compositional work. To the artist couple image production means to utilise photography with respect to painting, i. e. to assess their self-made photographs as references and to implement them in the oil painting medium later on. In so far the art of Römer & Römer does not at all exclusively emerge from a painting process, but already starts with photographing and image processing of the photographs on the computer. According to this, their art is a matter of a complex process aiming for and resulting in a painted picture, whose production nevertheless requires some preparatory work of technical kind at the same time consisting of a communication about which subjects, which details are to be painted onto the canvas later on. It should be apparent that only the most expressive photographs are being translated into large-sized painting. The painting of the artist couple does not deny the photo technical forerun, it rather finds its impression in the translation of the technical pictorial attributes into painting and manifests itself at the picture surface by painted pixels, colour spots and colour fields at large giving rise to the impression of a picture and defining it.

During the last year both artists travelled in many countries and visited big cities. In the course of this they have recorded numerous moments and impressions photographically. Their journeys lead them, for example, to Casablanca in Morocco, to Korea where they saw the border to North Korea, they visited the south of Italy, Sicily, and they also went to Paris and Madrid as well as to Vladivostok in Russia. In the pictures taken along the way Römer & Römer particularly captured scenes and situations in cities photographically. These are moments that attracted their attention as visitors because they were especially striking. However, they didn’t shoot any typical tourist photographs, but they took their travel pictures considering professional aspects, i. e. considering aspects of a potential painting. Of course, Römer & Römer were on the way having a trained perception and, thus, the photographs brought with them are no usual souvenirs, but most of all graphical material of a world changing rapidly under the conditions of mechanisation and globalisation.

Watching the newly developed series of paintings that, as painting, notably refer to the photographical references both thematically and atmospherically, one can get the impression that the artists captured their travel impressions mainly posing the following question: “How does everything correlate with another and where is our place in this story of our life in this big world?” Indeed, this easy question is a big question and the answer given by the artists with their large pictures is complex and diverse. It deals at the same time with the known and with the unknown they met: The joy of the Koreans to amuse themselves on a funfair close to the woeful, sharply marked border to the northern part of the country astonished them as well as colourful decorations at an Indian festivity in a Parisian district. In contrast, the girls dressed in jeans and chic T-shirts meeting in the Sicilian city of Catania at the weekend on a Piazza or the image of some young people at a Woodstock revival festival in Poland have surely seemed less uncommon to them. In Morocco, Römer & Römer were attracted by the colourfulness of daily life within the dreariness of shabby architecture as well as by the people’s opportunity to do things outside that are done mainly in the interior spaces in Germany – playing table football is meant here. The artists’ eye is turned to all sides, it is open, interested in the public – in political manifestations, in street settings, in festivities and parades. Images of interior spaces are added to – also here it is about public spaces – bars, coffee shops, stores. This eye perceives the particular within the everyday. It seems important to the artists that many people are on camera, that there are many details, that there is something to look at, that something visually happens … and in their pictures always much is happening. The dense and complex the artists captured with their camera in cities and at mass events provides them the immediate opportunity to demonstrate their pictorial qualities, their technical competence in painting. What can hardly be recognized on the rather small-sized photographical references becomes strangely tangible, blatantly obvious and only understandable in such compactness on the large-sized paintings: this world is – especially within metropolitan areas – brimming with, accumulated with people and things, it seems complex and highly condensed.

Thus, all details painted by Römer & Römer in their pictures seem like layered and built – this even applies to a translucid, cloudless blue sky. Nevertheless, such painting does not evoke the static – always, that’s the sense you have, the momentary and the upcoming motion permanently pervading our life and its places is kept in mind and painted, too.

One can realize passages of these paintings pin sharply from distance – only approaching they reveal being composed of many added colour layers, of hundreds of pixels and small spots. Sometimes an almost impressionist atmosphere seems to prevail in these pictures, but this impression is mainly evoked by a precisely calculated method, because it is based on an almost objective painting working with the possibilities of the serial and informal – exact colour spots or stripes – or with the two-dimensional distribution of colours. Hence, here it is mainly worked with rational pictorial means. And this having the idea to gain artistically a high concretion of the representation as well as intending to almost suggestively work on the viewer, because such painting is always also experienced thinking of an expression of emotionality and vitality.

One can realize from these pictures that both artists have been with amazement travelling, but still time and again they came across something known – e. g. the huge advertising spaces commending a brown soft drink, or the promotion of internet-cafés and communication meanwhile having developed something like a “global village”.

Their pictures are by no means exotic in the sense of a glorification – at the latest one can realize this watching the on the occasion of this exhibition newly developed works containing settings of Berlin, because the represented festivity of young people on the Karl-Marx-Allee or a demonstration of gays and lesbians appear in their painting as lively and intensely as the bright colours or the shining light they were attracted by in Asia or North Africa.

It is characteristic of the observation and painting of both artists that every day life reveals itself in their pictures as global reality, because meanwhile advertising and promotion are quite similar all around the world and form a kind of visual background noise in big cities and metropolises. This world, this electronic village, appears in these pictures surprisingly diverse – this has to do both with the artistic necessity to look closely and to differentiate and with the ability to translate the snapshot-like captured situations adequately into painting.

Watching the art of this duo, one can learn how to approach different cultures respectfully, thereby also better understanding one’s own culture in its changing nature. Then, such a perspective distinguishes less between the familiar and the strange, but rather perceives the dynamic and motion of change as evidence of an emerging world culture, whose outlines are only recognisable to some extent, yet. Liveliness is a distinctive sign of this new kind of culture. Its paradigms are also based on the technical revolution that both produces and at the same time changes it as well as on the economic conditions that are probably much talked about in future. The art of Römer & Römer deals with all of this – especially subtly. With their unprejudiced eye the artists create an openness of presentation that is unideologic and, thus, owns the quality to take note of the complex ubiquitousness of actual phenomena without comparing them hastily, evaluating or suppressing them. The road there leads via photography, computer and painting, i.e. via a technical and a pictorial description of visual phenomena. Close observation, exact translation into the artistic. Actually, these are established artistical practices in order to provide information about reality. Being consequently practiced and utilised, possibilities arise over and over to gain new insights and to look at the world from a new perspective.

Peter Funken

(Text from the catalogue of the exhibition Römer + Römer - Based on a true story in the Today Art Museum, Peking, 2009)

 

罗默先生和罗默女士 – 全球现实主义绘画

妮娜·罗默和托斯顿·罗默属于这样一代艺术家,对于他们来说,可以自由地运用技术图片媒体工具以及利用其存档和编辑功能来进行创作,并借此创造新的美学境界。对于罗默先生和罗默女士来说,这样做使得他们的创作与摄影和计算机操作能力的联系更紧密和具体。因此,他们的绘画过程成为一个几乎不受灵感影响和格式布局控制的映像和表现过程。绘画创作对于这对艺术家组合来说意味着,以油画的视角来审视照片,也就是将自己拍摄的照片作为模板来进行分析,然后将其转换到油画这种介质中。因此罗默先生和罗默女士的艺术作品需要的绝不仅仅是一个绘画过程,从拍摄照片并在计算机中对其加以编辑时起,创作过程就已经开始了。所以他们作品的完成是一个复杂的过程,虽然目标和结果是完成油画的绘制,但是它的创作却需要前期准备工作,也就是在技术上反映自然现实,同时还要针对以下方面进行交流:最终要以何种方式将哪些内容元素体现到画面上。因此要明确,只能将富于表现力的照片转换为大幅油画。从这对艺术家组合的作品中也能看出这种摄影技术的准备工作,它表现在将照片的技术属性转移到绘画的过程中,并且通过绘画的像素、色彩点和色区体现在画面上,而这些特征共同决定了一幅画的表现力。

去年这对艺术家游历了很多国家,参观了很多大城市。期间,他们用相机留住了很多精彩瞬间和美好的印象。他们去了摩洛哥的卡萨布兰卡,到过韩国,参观了与朝鲜的边界,他们游历了意大利南部、西西里,还去了巴黎、马德里和俄罗斯的符拉迪沃斯托克。途中,罗默先生和罗默女士以照片的形式主要记录下了各大城市的风光和沿途见闻。拍摄到的那些瞬间,对于异国游客来说,极为引人注目。但是它们并不是普通的旅游照片,而是从专业的视角来拍摄的,也就是说从将来可能诞生的油画的视角。作为艺术家,罗默先生和罗默女士对事物的感悟能力是很专业的,因此他们带来的照片不是普通的旅游纪念品,而是一种能体现在技术化和全球化条件下瞬息万变的世界的绘画材料。

如果人们仔细审视这些不论主题还是氛围都明显地与照片模板相关的新绘画作品,就会产生这样的印象,画家在拍摄时在思考下面的问题:“这一切之间存在怎样的微妙联系,浩瀚宇宙,我们在生命历程中扮演怎样的角色?”这个看似简单的问题其实是一个重要的问题,艺术家通过他们的大型画作给出的答案也是五彩斑斓的。他们关注自己所熟悉的,也关注自己不熟悉的事物:韩国人在距离戒备森严的北部边界不远的娱乐场所消遣的乐趣,就如同在巴黎市区举行印度节庆采用的艳丽装饰一样,使他们感到惊奇。对于他们来说,穿牛仔和时髦 T 恤的姑娘们周末在西西里卡达尼亚的比萨店聚会,或者男孩子们在波兰的伍德斯托克音乐节上的表现,倒不是那么不可思议。在摩洛哥,罗默先生和罗默女士被萧条的建筑中丰富多彩的生活所吸引,而且人们能在户外开展各种运动,比如桌球,这项运动在德国只能在室内进行,而在这里则不然。艺术家的眼光是开放的,它们关注社会的方方面面,对公共事物很感兴趣 - 政治现象、街头景色、节日和庆典等。也有表现室内的,这里主要是公共场所 – 酒吧、咖啡厅和商店。这种眼光发现了日常生活中的特别之处。对于艺术家来说重要的是,画面里有很多人,有很多细节,有许多看点,看上去正在发生什么事情……则在他们的作品中同样也会如此描述。艺术家在城市里和大型活动中所拍摄照片的密度和整体效果让他们有机会展示绘画质量和技巧。在小照片紧凑的色彩中无法识别的,在大型的油画中变得异常清晰,只有在这样的紧凑程度下人们才会理解:这个世界 – 主要是城市地区 – 到处都填塞着人和事物,而令这个世界变得复杂并且拥挤。

罗默先生和罗默女士在他们的画作中如实地反映了这些细节 – 当然也包括一尘不染、万里无云的蓝天。人们经常会认为油画是静态的拼凑,其实不然,我们的生命和空间瞬息之间永远地在流逝、变化和思考。

从远处看这些绘画作品的线条非常细腻 – 只有近看时才能辨认,它们是由很多颜色段、成百上千的点和小色痕构成。有时候这些画作显示出一种印象主义的氛围,而这种印象是通过这种精确计算的创作方法产生的,因为它主要产生于某些具体的画作中,这些画作是由一系列非传统的方法,通过精确的颜料点数、线条数或者平均分配颜料来创作的。这里基本上采用的是理性的绘画方法。该方法借助想象力,在展示时通过高度压缩来实现,并刻意使观众体验到某种特殊的效果,因为这种绘画意在表达感情和生命力。

人们从新的绘画中注意到,两位画家在长期的旅途中总会遇到他们熟悉的事物,比如宣传某种棕色软饮料的大广告牌、网吧广告,通过这些标志性的常见事物便实现了在“地球村”的交流。

他们的画作并没有扭曲异国风俗,透过此类展览中新创作的反映柏林生活的作品中就能发现这一点,因为画上所表现的马克思大道节庆活动中的年轻人和同性恋运动都很生动和形象,就如同他们也如实表现了亚洲和北美给他们留下深刻印象的明亮色彩和耀眼光芒。

尤其对于观看者而言,两位艺术家的作品描述的日常生活反映了一种全球现实主义风格,因为全世界的广告和促销方式都很相似,如同大都市的一种视觉背景音乐。世界 - 这个电子村落在这些画面里显得别具一格 – 这与仔细观察和表现差异的艺术必要性有关,例如与以快照风格捕捉镜头,并以适当的方式将其转化为油画的能力有关。

人们可以从这个组合的艺术作品中学会,如何尊重和了解异域文化,如何更好地理解自己的文化。凭借这样的创作理念,艺术家很少区分自身和外来的文化,而是更多地关注于变化中的事物动态和运动,作为一种新兴的世界文化,它才初露头角。生动是这种新文化的一个显著标志。技术革命给罗默二人带来了创作的典型范例,它促使他们进步并做出改变。这也如同经济环境给二人带来的变化,这种变化将来必然带来很多值得探讨的话题。罗默先生和罗默女士深深沉浸于此种艺术创作中。借助不凡的眼光,艺术家对现象进行了非意识形态的反映,并拥有了认识现实现象的复杂共存性的能力,而不是仓促地加以比较和评价。完成创作的方法就是摄影、计算机操作和绘画,也就是对视觉现象进行技术性和绘画性的描绘。仔细观察,并精确地转移到绘画中。实际上这是一种经过验证的对现实进行说明的艺术实践。如果持续推进并进行这种实践,就能产生新方法,获得新知识,用新视角去看世界。
皮特·奋肯

 

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