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Emotion und Rationalität – Anmerkungen zu den neuen Bildern von
Römer + Römer

Römer + Römer – das ist ein Künstlerpaar mit Sitz in Berlin, darüber hinaus steht Römer + Römer für ein Malkonzept, eine Façon, Dinge und Wirklichkeit zu sehen und malerisch zu formulieren. Malerei, so wie sie Nina und Torsten Römer betreiben, ist eine Reflektion über die Gegenwart der Gesellschaft und der Stadt in der sie leben – Berlin. In ihrer Kunst zeigen die beiden soziale Wirklichkeit und den „way of life“, den sie in dieser Stadt wahrnehmen.

Der künstlerische Prozess ihrer Malerei lässt sich als ein komplexer Vorgang, als Verbindung von technischer Bildherstellung und handwerklich tradierten Malmethoden beschreiben: In einem ersten Schritt fotografiert das Künstlerpaar Situationen und Szenen, die es in der Öffentlichkeit beobachtet – in den Straßen, vor Lokalen, bei Konzerten oder, wie bei einem guten Teil der neuen Arbeiten, bei Demonstrationen und politischen Ereignissen. Viele dieser Momentaufnahmen handeln von der Realität und dem Lebensgefühl einer jüngeren Generation. In einem zweiten Schritt wählen Römer + Römer aus ihrem Archiv Fotografien aus, die sie in Malerei umsetzen wollen. Es sind vor allem solche Aufnahmen, die aufgrund von Komposition, Farbverteilung und Komplexität die besten Möglichkeiten bieten, in der Malerei wirkungsvoll zu werden, also atmosphärisch dicht, intensiv oder dynamisch zu erscheinen.

In ihren neuen Arbeiten, die in den beiden letzten Jahren entstanden, setzen Römer + Römer das fort, was ihr Werk bereits bisher markant auszeichnete: Eine Malerei angesichts und zu den Bedingungen der technischen Medien und eine Kunst, die subjektiv gesellschaftliche Wirklichkeit spiegelt und dokumentiert.

Der Computer ist für Römer + Römer ein wichtiges Arbeitsmittel; in ihm speichern sie nicht nur die Vorbilder ihrer Malerei, mit ihm legen sie ebenfalls Bildausschnitte fest und bestimmen vermittels von Farbprogrammen Farbwerte, die später bei der Ausführung auf die Leinwand gebracht werden. Ihre Malerei hat dergestalt einen technischen Vorlauf und wird durch diesen wesentlich determiniert. Malerei ist von daher eine Übersetzungsarbeit sowie eine Art der Dokumentation von real beobachteten Momenten und Situationen. Man kann die Kunst des Paares im Sinne einer Reportagetätigkeit begreifen, als realistische Darstellung einer subjektiv erlebten Wirklichkeit – einer Wirklichkeit, die in sich widersprüchlich, voller Brüche, manchmal sogar chaotisch ist. Somit lässt sich die Malerei der Römers als Beitrag zur Bildkultur im beginnenden 21. Jahrhundert verorten, als Ausdruck einer Kunst des Hybriden, bei der die technischen Möglichkeiten Voraussetzungen schaffen, um neue malerische Abbilder der Wirklichkeit zu inszenieren.

Konnte man die gesellschaftliche und kulturelle Lage in den reichen Ländern, etwa in Deutschland, in den letzten Jahren durchaus mit dem Schlagwort „elektronisches Biedermeier“ charakterisieren und damit eine Situation kennzeichnen, in der revolutionäre Utopien, extreme politische und ästhetische Umbrüche oder radikale Avantgardeleistungen (außerhalb des technischen Komplexes) kaum mehr vorstellbar waren, so stellt sich mittlerweile das Bewusstsein ein, dass gesellschaftliche Zuspitzungen und politische Radikalisierungen in einer globalisierten Welt zunehmend stattfinden werden. Dies betrifft zwar primär die armen Nationen, doch werden auch in den westlich-demokratischen Gesellschaften die Verteilungskämpfe härter und das politische Klima rauer – man denke etwa an die ungelösten Probleme und Konflikte in den französischen Banlieues, an Auseinandersetzungen zwischen Kurden und Türken in Berlin oder linken und rechten Gruppierungen in Deutschland. Dies alles sind Konflikte, die auf der Straße ausgetragen werden und allein deshalb scheint das von Römer + Römer malerisch in Szene gesetzte Demonstrationsthema aktuell und geradezu gegenläufig zum prognostizierten „elektronischen Biedermeier“. Dennoch, die Sache ist nicht ganz so einfach: Obwohl das Politische heute wieder auf die Straße drängt, leben wir in einem Medienzeitalter, in dem zuerst die Medien den Begriff des Öffentlichen prägen – dies im Unterschied zu den 60er und 70er Jahren des letzten Jahrhunderts. Die Wirkung der Medien zeigt sich dabei nicht zuletzt in einem verflachenden Verständnis von Demokratie und politischer Teilhabe – beides Dinge, die den Freiheitsbegriff unmittelbar betreffen. Nach Hannah Arendt liegt der Sinn von Politik in der Herstellung von Freiheit. In dem Maße aber, wie das Politische immer weniger das Öffentliche darstellt, sondern zu etwas medial Vermitteltem geworden ist, wird das Politische mehr und mehr zu einer Simulation seiner selbst. Freiheit aber kann man nicht simulieren. Dieser Situation und Entwicklung scheinen die Bilder von Römer + Römer Rechnung zu tragen, denn sie wollen vor allem eins nicht – eine eindeutig festgelegte Wahrheit über die Wirklichkeit in den Raum stellen, denn das würde bedeuten, sich mit den bildhaft gezeigten Parolen und Slogans auf den Transparenten vollends zu identifizieren. Vielmehr wird durch den malerisch inszenierten Kamerablick eine Distanz zur Lautheit der Parolen gesucht. Dieser Distanz entspricht in der malerischen Umsetzung ein gleichsam analytischer und addierender Farbauftrag, bei dem Farbwerte nebeneinander stehen, mit dem Resultat, dass sich die Gesamtsicht eines Bildes erst aus einer bestimmten Entfernung einstellen kann.

Mit der Darstellung von Demonstrationen in großformatiger Malerei wird von Römer + Römer zudem die Idee des Historienbildes neu aufgenommen und in aktueller Form vorgestellt. Dieses Genre hatte vor allem im vor-fotografischen Zeitalter einen herausragenden Platz. Das Historienbild scheint nun in der Malerei – etwa in der von Römer + Römer, eine Renaissance zu erleben – doch unter anderen Vorzeichen als vor der Erfindung der Fotografie. Der Rückgriff auf ein historisch bekanntes Genre bedeutet dabei nicht unbedingt einen Rückschritt, sondern er ist bei Nina und Torsten Römer vielmehr als Experiment und Erweiterung ihres künstlerischen Repertoires zu bewerten. Der Sinn ihrer Kunst liegt darüber hinaus in einer besonderen Art der Orientierung, Klärung und Selbstvergewisserung, denn mit der Bildherstellung und beim Malen treten die beiden Künstler in einen Austausch über ihre Vorstellungen zur Veränderung von Realität. Sie tun dies als Paar, in gemeinsamer Arbeit und im Dialog mit dem Bild.

Man kann konstatieren, dass Römer + Römer durch die Fotografie Bilder der äußeren Welt in ihr Atelier einschleusen und diese in einem technisch-medialen wie auch handwerklichen Vorgang in Malerei übersetzen, so dass schlussendlich Arbeiten entstehen, die zur Fotovorlage in einem konkreten Verhältnis stehen. Wie nun sieht dieses Verhältnis aus, wovon wird diese Relation bestimmt, und welcher Sinn, welche Bedeutung wird bei solcher künstlerischen Übersetzungsarbeit geschaffen?

Durch das Malen entsteht ein Bild, das die Darstellung der Fotovorlage exakt nachahmt, denn die Malerei gibt die fotografierte Situation in allen Einzelheiten wieder - dies jedoch im großen Format und im Material der Ölfarbe, die die Oberfläche der Leinwand nicht nur einfärbt, sondern im Sinne einer Textur strukturiert. Die Nachahmung geschieht bei der Malerei von Römer + Römer nicht in Form eines Hyperrealismus bei dem jedes Detail gestochen scharf dargestellt wird, sondern findet in einer Analogie zur Funktionalität des physiologischen Sehens statt. Dies vollzieht sich maltechnisch durch ein Nebeneinanderstellen von weithegend flächigen Farbwerten, die dann in ihrer Addition eine bestimmte Bildpassage in Hinsicht auf das Dargestellte exakt bezeichnen. Ein präzis-scharfes Bild, eines, das der Fotovorlage vergleichbar ist, wird man dabei jedoch nur aus einer größeren Wahrnehmungsdistanz erkennen. Kommt man dem Bild zu nahe, so zerfällt die betrachtete Stelle in ein multiples Gewirr von Pixeln und Tupfen. Mit ihrer Form der Darstellung reagieren Römer + Römer augenscheinlich auf das, was die Physiologie des Sehens ausmacht – also eine Tätigkeit, die physiologisch immer nur im punktuellen Scharfsehen stattfindet. Der Seh- und Wahrnehmungsakt besteht darüber hinaus in einem komplexen Zusammenspiel von optischen, neuronalen und zerebralen Aktivitäten und Leistungen. Bei der Malerei der beiden Künstler – so kann man sagen – handelt es sich um eine Form des Voraugenführens der visuellen Wahrnehmungsweise, die immer einer bestimmten Nähe oder Distanz zum betrachteten Objekt oder Bildgegenstand bedarf, um als inhaltliches Sehen und begriffliches Erkennen zu funktionieren.

Mit dieser Form der Darstellung wird dem Betrachter dann auch ein Standort zugewiesen, der ziemlich exakt dem des Fotografierenden entspricht. Natürlich muss sich der Betrachter nicht an diese Ortzuweisung halten, aber nur aus distanzierter Position gewinnt er tatsächlich einen Überblick, erkennt er ein exaktes und scharfes Bild. Alle anderen, insbesondere nähere Betrachtungspositionen, zeigen das Bild in grober Auflösung und führen zu einem anderen Modus des Erkennens. Malerei wird damit zum Gegenstand wie auch zum Ort der Analyse des Vorgangs der visuellen Wahrnehmung.

Man kann vermuten, dass das Künstlerpaar die Themen von politischer Manifestation und Auseinandersetzung in seiner Malerei auch deshalb aufgreift, weil sie ihm Möglichkeiten bieten, größere Menschenansammlungen differenziert darzustellen und eine mit Demonstrations- und Massenereignissen einhergehende Emotionalisierung ins Bild zu setzen. Das gemalte Bild besitzt gegenüber der Fotografie sinnliche Eigenschaften, die insgesamt in Richtung einer Emotionalisierung und eines damit verbundenen Bedeutungszuwachses weisen. Solche Emotionalisierung ereignet sich bei der Malerei des Künstlerduos auch aufgrund von großen Formaten und der Oberflächenstrukturierung durch Farben und ihre Gefühlsqualitäten. Bei Römer + Römer geschieht der Vorgang der Emotionalisierung jedoch sozusagen gebremst, trifft er doch gleichsam auf sein Gegenstück – auf eine analytische Rationalität beim Auftrag der Farbe. Bei diesem addierenden Farbauftrag – gemeint ist das Nebeneinander von kleinen, klar getrennten Farbflächen – wird der Betrachter aber zugleich mit der Rationalität dieser Malerei konfrontiert. Das Emotionale der Bilder erfährt somit eine immanente Kontrolle oder Kritik durch die Malmethode oder – anders gesagt – aufgrund des von Römer + Römer eingebrachten addierenden und summierenden Gestaltungskonzepts der Farben. Im Bild entsteht somit ein Gegensatz oder Widerspruch zwischen einer durch Farbe, Format und Thema ins Bild gebrachten Emotion und der konzeptuellen Rationalität des Farbauftrags . Dieser offensichtliche Gegensatz zwischen Emotion und Rationalität wird von den Künstlern an die Betrachter wie eine zu beantwortende Frage weitergeleitet und konstituiert die eigentliche Basis ihrer Kunst, die einen sozio-medialen Charakter besitzt, aber ebenfalls mit Emotionalität und Sinnlichkeit argumentiert und zu überzeugen weiß.

Peter Funken

(Text aus dem Katalog zur Ausstellung Römer + Römer - Barfuss kommt Ihr hier nicht rein, Galerie Michael Schultz, Berlin, 2008)

english version

Emotion and Reality – Thoughts on the latest paintings by Römer + Römer

Römer + Römer is an artist couple and duo who live in Berlin. Furthermore, Römer + Römer stands for a painting concept, a façon for seeing things and realities, and then formulating these in painting. Painting, as carried out by Nina and Torsten Römer, is a reflection on contemporary life in the society and city in which the artists live – in Berlin. In their work, the two artists depict the ways of life and social realities belonging to the city as they perceive it.

The creative process involved in their painting can be described as a complex procedure comprised of a combination of technical image-making processes and traditionally founded handcraft: In an initial step, the couple photographs situations and scenes observed by them within the public realm – on the streets, in front of bars and restaurants, at concerts and, as is the case with many of their most recent pieces, at demonstrations and political events. Many of these snapshots deal directly with the realities and attitudes toward life shared by a younger generation. As a second step, Römer + Römer select photos from their archive which they see fit for translation into painting. These are primarily photographs which, due to their compositions, color schemes, and complexity, provide the best possibilities for creating impact in painting; they are atmospherically dense, intense and dynamic.

In their newer work, produced over the last couple of years, Römer + Römer have expanded on all that which has already so prominently distinguished their work: painting in the face of and in fulfilment of the conditions created by a technical media, and an art form which subjectively reflects and documents the social realities.

The computer is an important tool for Römer + Römer; not only do they catalogue their initial images there but also use it, with the help of graphic editing programs, to determine the compositions and color schemes which are later to be realized on the canvas. This enfolds a highly determinant technical process into their painting. Painting thus becomes a work of translation, and a documentation of directly observed immediately lived moments and situations. The couple’s work might best be understood as kind of journalistic reportage, or as a realistic portrayal of subjectively experienced actuality – an actuality full of contradictions and inconsistencies, sometimes even chaotic. In this way, the work of Römer + Römer can be located solidly in time as an important contribution to the visual culture of the 21st century, and as an expression of an art form composed of hybrids, in which the technical possibilities have created conditions allowing for an entirely new staging of the painterly reproduction of reality.

If one could characterize the social and cultural state of affairs in the wealthier nations (such as Germany) over the last few years with the catchwords ‘Electronic Biedermeier,’ thereby characterizing a situation in which revolutionary utopias, extreme political and aesthetic upheaval, and avant-garde achievement (outside of the technical establishment) has been almost unimaginable, there seems meanwhile to have been a shift in consciousness toward the idea that social crisis and political radicalization in a globalized world will increasingly become a lasting part of the landscape.

Though this is thought to apply primarily to poorer nations, the distribution battles in western democratic societies are hardening and the political climate is becoming ever rougher – one is reminded of the unsolved problems in the French Banlieus, the conflict between Turkish and Kurdish inhabitants of Berlin, or between left-wing and right-wing radicals in Germany. The fact that all of these conflicts find their staging upon the street suffices in understanding why the protest scenes set into painting by Römer + Römer feel so explicitly current and seem to move so directly in opposition to the prognosticated ‘Electronic Biedermeier.’

That being the case, things are not as simple as they may seem: although the political situation today is pushing its way back out onto the street, we live in an era dominated by media infiltration into the concept of public life – this in contrast to the 60s and 70s of the past century. The effects of the media are reflected in, among other things, a degenerating understanding of democracy and political participation – both things bearing great immediacy on the notion of freedom.

According to Hannah Arendt, the true meaning of politics lies in the creation of freedom. To the great extent, however, that the political sphere continues to diminish its representation of the public, increasingly becoming something medially intermediated, the political debate is more and more becoming a simulation of itself. Freedom, however, cannot be simulated. This situation and development seem to be accounted for in the pictures of Römer + Römer, especially as there is one thing which they refuse – issuing any clearly defined truth about the state of affairs. Doing so would mean identifying themselves entirely with the pictorially presented banner slogans and sayings.

In fact, the painterly staging of the camera’s perspective seems more to search for a certain distance from the loud volume of the slogans. This distance is reflected in the painterly execution by a kind of analytic and additive-style application of the paint, in which tonal values are placed next to one another so that any complete view of the image is only possible after securing a certain distance from the canvas.

With their portrayal of demonstrations in large format painting, the tradition of history painting has been taken up anew by Römer + Römer and placed into contemporary forms. This genre occupied a prominent position, especially in the pre-photographic era. History painting seems to be – as with Römer + Römer, for example – experiencing a renaissance, though using new accidentals as compared with its pre-photographic past.

The recourse to a historically known genre does not necessarily mean regression but, in the case of Nina and Torsten Römer, should be more appreciated as an experiment and as an extension of their artistic repertoire. The significance of their work also lies in a particular mode of orientation, clarity and self-assuredness; in their creation of pictures, the two artists enter into a dialogue about their own notions about changing reality. They do this as a pair, working together in dialogue with the picture.

It could be stipulated that Römer + Römer use photography to hoard up images from the outer world within their studio, and, through both technical-medial and handworking processes, translate these into painting, so that, ultimately, works come into being which stand in direct relation to the photographic templates. What does this relationship then look like, from what is it defined, and what is the meaning; what consequences are exacted by artistically motivated translation work of this kind?

It is through the painting that the image arises, emulating the photo template exactly; the painting relays the photographed situation in full detail – this being done, however, in large format, and in the medium of oil paint, which not only colors the surface of the canvas but structures it texturally as well. This imitation does not transpire with Römer + Römer in the form of any hyperrealism, whereby each detail is put into jagged relief, but, instead, takes place within an analogy reflecting the functionality of physiological seeing.

This is accomplished in the painting itself through the juxtaposition of broadly flat color values, which then, seen in their entirety, constitute certain passages of the image, with regard to what is depicted. A well-focused image comparable to that dictated by the photographic template can only be perceived, however, from a relatively great distance. When nearing the picture too closely, the area viewed degenerates into a confused jumble of multiple pixels and separate dabs of color.

With their presentation format, Römer + Römer seem to be reacting to the physiological elements of seeing – an activity which is physiologically comprised of focusing on points, moving from point to point. The visual-perceptual action is further comprised of a complex interaction between optical, neurological, and cerebral activity and behaviour. The two artists’ paintings – it can be said – deal with the formal visualization of a mode of visual-perception which requires a certain proximity to or distance from the viewed object or figure in the painting in order to function at all as an optical and conceptual recognition of content.

With this visualization model, the beholder is issued a positional location which almost exactly replicates that of the photographer. Of course, the viewer is not forced to adhere to the assignment of place but, nonetheless, is only actually able to gain overview and recognition of an exact and well-focused image by moving into the distanced position allotted. Any other physical standpoints, especially ones nearer to the painting, depict the image in low resolution and lead to an entirely different modus of recognition. The paintings are thereby transformed into an objects as well as places of analysis for the process of visual perception.

It can be surmised that the artist duo takes on the themes of political manifestation and conflict resolution in their painting because they provide them with the possibilities of portraying larger gatherings of people with differentiation, and infusing the images with the emotionality inherent to mass events and demonstrations. The painted picture, as opposed to the photograph, possesses sensual qualities which, on the whole, point toward emotionalization and the associated increase in importance and meaning.

This kind of emotionalization is also produced in the duo’s painting by the large formats and structuring of the surface through the use of colors and their emotional references. With Römer + Römer, though the process of emotionalization proceeds in measured steps, it certainly reaches its counterpart, so to speak – an analytical rationality in the application of the paint. With this addition of the paint – referring to the juxtaposition of small and clearly separated dabs of color – the onlooker is at once confronted with the rationality of the painting.

In this way, the emotionality of the pictures undergoes an immanent process of examination and auditing initiated by the painting technique applied – or, in other words – due to the additive and accumulative compositional color concepts included by Römer + Römer. In the images themselves, therefore, a contrast or antithesis arises between the emotionality brought into the paintings through the use of color, format, and subject matter on the one hand, and the conceptual rationality of the color addition methods employed, on the other. This obvious contradiction between emotion and rationality is passed on to the beholder as if in the form of a question waiting to be answered, and constitutes the actual basis of the artists’ work, which possesses a socio-medial character yet, at the same time, an emotionality and sensuality with which it knows how to argue and how to convince.

Peter Funken

(Text from the catalogue of the exhibition Römer + Römer - Barfuss kommt Ihr hier nicht rein, Galerie Michael Schultz, Berlin, 2008)

 

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