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  • Römer+Römer, „Orbis Magnus. Das Unendliche und die Kugel“, 2001

„ORBIS MAGNUS. DAS UNENDLICHE UND DIE KUGEL“
eine kosmogonische Installation

Das Künstlerpaar Nina und Torsten Römer zeigt in den unterirdischen Räumen von PozzoPozozza eine Installation, die als Gesamtkunstwerk zu verstehen ist. Aus verschiedenen Ansichten und Raumsituationen bildet sich ein komplexer Gesamtzusammenhang. In spielerisch-ernsthafter Weise wird das Thema der Ausstellung „Welches Bild hat der Mensch von der Welt?“ angegangen. Thematisiert werden verschiedene Aspekte. Zum einen der Diskurs der heutigen Wissenschaft über die Entstehung und Beschaffenheit des Universums. Gab es den Urknall oder nicht, ist das Universum unendlich oder nicht? Die Diskokugel fungiert in der Installation als zentrales und alles bewegende Element. Über das Motiv der Schlange findet man zu einem weiteren Aspekt der Ausstellung, die Einführung der moralischen Kategorien von Gut und Böse. Aus dem alten Testament erfährt man, wie sich die Welt aus einem paradiesischen Zustand aufgeteilt hat in das Gute und das Böse. Es handelt sich zwar um eine religiöse Vorstellung aber dadurch wird ein Denksystem repräsentiert. Die Menschen in unserer Kultur denken digital. 0 oder 1, schwarz oder weiß, Wahr oder Falsch, Gut oder Böse. Die griechische Philosophie etablierte die Logik des widerspruchsfreien Denkens. Eine Aussage kann nicht gleichzeitig wahr oder falsch sein. Es stellt sich die Frage, ob „Widersprüche“ nicht gleichzeitig existieren können. Kann etwas nicht gleichzeitig 0 und 1 oder wahr und falsch sein. Gut und Böse ja sowieso. Weitere Kreuzzüge sind nicht erwünscht.
In ironischer Betrachtung wird die Rolle der Kunst in der heutigen Gesellschaft reflektiert. Der Kunstbegriff muss neu geprägt werden, damit Kunst wieder mehr in das Zentrum des gesellschaftlichen Geschehens gerückt wird und nicht in einem Schattendasein dahinvegetiert.

Folgenden Motiven sind die Künstler auf der Spur:

Die Kunst
Woher, wohin, weshalb?

Die Kugel
Die „Grenzen“ des Universums, die Sonne, die Welt…

Die Sphären
Auf den Kristallhimmel folgt der Feuerhimmel und dann wird es transzendent.

Die 4. Dimension
Ist die 4. Dimension im Raum ist die Zeit? Zeit ist ohnehin eine räumliche Vorstellung.

Die Unendlichkeit
Unendliche Bewegung, unendliches Kreisen, unendliche Dummheit.

Licht und Schatten
Das Gute und das Böse sind im Christentum streng voneinander getrennt. Das Böse wurde von Gott abgetrennt.
Das Gute und das Böse bedingen sich gegenseitig. Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten. In jedem Menschen ist beides vereint.

Die Schlange
Das Bild der Schlange spielt bei der Ausstellung eine zentrale Rolle. Die Schlange steht u.a. für Transformation, Sexualität. Nach christlichen Vorstellungen bewirkte die Schlange bekanntermaßen die Vertreibung von Adam und Eva aus dem Paradies. In verschiedenen Kulturen, wie z.B. bei den Indianern oder den Aboriginis, ist die Schlange ein wichtiges Element des Weltbildes. Zum Beispiel wird in einem altindischen Mythos die Welt von einer riesigen Schlange umfasst. Der Biologe Dr. Lutz Dirksen trägt als Schlangenforscher sein Wissen zu der künstlerischen Arbeit bei.

Das Universum: Rückkehr ins Paradies
Im Tarot ist bei der Karte „Das Universum“ das zentrale Motiv „Der tanzende Kosmos“. Die jungfräuliche Göttin und die Schlange verkörpern als tanzendes Paar die Polaritäten im menschlichen Erleben. Durch den Tanz wird die Trennung zwischen Licht und Schatten aufgehoben um den göttlichen Geist aus sich selber zu gebären und damit ins Paradies zurückzukehren.

Das Gute und das Böse werden vereint. Laßt uns ins Paradies zurückkehren!

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