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  • Römer+Römer „Shan-Shui – fotografische Landschaftsmalereien“, 1999

In Ostasien ist die Landschaft seit der Sung-Zeit das Hauptthema der Malerei. Der chinesische Ausdruck shan-shui (japan. Sansui), „Berg und Wasser“, für Landschaft deutet an, dass beide Elemente in jeder Darstellung, auch nur als Fels oder Nebel, vorhanden sein müssen, um die Landschaft als Sinnbild des Kosmos erscheinen zu lassen.
Nina und Torsten Römer treten mit ihren fotografischen Landschaftsmalereien aus den Traditionen eines wichtigen Genres der europäischen Malerei heraus. Die Bilder des russisch-deutschen Künstlerpaars mögen heroisch, idyllisch, oder romantisch erhaben erscheinen. Sie können als Spiegel der Seele oder als Weltlandschaften dem Betrachter begegnen. Sie sind auch nicht uninspiriert von Claude Lorrain, Jacob van Ruisdael, Casper David Friedrich, Vincent van Gogh, William Turner oder Albrecht Altdorfer. Aber letztlich wird in der Bezugnahme auf einen anderen kulturellen Kontext in einer lyrisch-abstrakten Darstellungsweise ein neuer Weg beschritten.
Auf diesem Weg überschreiten Nina und Torsten Römer auch die Grenze zwischen Malerei und neuen Medien. Aus fotografischen Nah-Aufnahmen von Details ihrer teilweise sehr haptischen Malereien entstehen die gezeigten Bilder. Die Malerei wird somit zum Akteur und erzeugt die imaginären Landschaften, welche in der Ausstellung als Diapositive projiziert und als Fotografien ausgestellt werden.

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