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  • Römer + Römer „Barfuss kommt ihr hier nicht rein“, 2008

Barfuss kommt Ihr hier nicht rein, 2008, Öl auf Leinwand, 115 x 150 cm

Innerhalb unseres Kontextes reflektieren wir die Zeit, in der wir leben und an der wir teilhaben wollen. Wir zeigen inspirierende Momente vor allem im Öffentlichen Raum auf, welche beim Betrachter unserer Gemälde Assoziationsketten auslösen. Dabei erscheinen so wohl positive als auch problematische Situationen aufschlussreich. Wir sind auf der Suche nach befreienden Momenten in der Gesellschaft, bei denen Menschen für ihr friedliches demokratisches Miteinander eintreten. Das kann in verschiedener Form passieren, als politische Demonstration oder beispielsweise auch als gemeinschaftliche Feier. Wir agieren dabei als Medium. Unsere fotografisch festgehaltenen und im Computer bearbeiteten Motive verwandeln wir zu Zweit als Künstlerpaar für die Nachwelt in Malerei. In unserer Malerei haben wir eine eigene Technik entwickelt. Mit dem Material der Ölfarbe wird die meist großformatige Leinwand nicht nur eingefärbt, sondern im Sinne einer Textur strukturiert. Aus tausenden von Bildpunkten bzw. Pixeln entstehen in der Kombination mit Farbflächen Motive, die von nahe gesehen eher abstrakt erscheinen und sich von ferne betrachtet zu gegenständlichen Ansichten zusammenfügen. Wir arbeiten seit über 10 Jahren an allen unseren Bildern „gleichzeitig“ gemeinsam.

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Unser Ölbild „Barfuss kommt ihr hier nicht rein“ zeigt eine Situation während der Demonstration „Move against EU! Move against G8“ im März 2007 in Berlin. Die Demo fand im Vorfeld des G8 Gipfels anlässlich des 50. Jubiläums der „Römischen Verträge“ der EU statt. Die deutsche Bundesregierung hatte die Staats- und Regierungschefs der Mitgliedsstaaten zu einer informellen EU-„Jubelfeier“ eingeladen. Mit der Demonstration sollten die vollen Menschenrechte für jede und jeden eingefordert werden, sowohl global gesehen, als auch innerhalb der EU. Kritisiert wurde an der EU Politik: zunehmende Prekarisierung, hohe Arbeitslosigkeit, steigende Militarisierung, Ausgrenzung von Migrantinnen und Migranten. Kritisiert wurde an der G8 Politik: ausufernde Liberalisierung des Welthandels anstatt Stabilisierung des Weltfinanzsystems, Klimaschutz und Armutsbekämpfung. Der Titel des Bildes zitiert das auf dem Bild zu sehende Demonstrationsbanner. Dieses bezieht sich, nach unserem Verständnis, darauf, dass viele Flüchtlinge „barfuss“ auf dem Weg über das Mittelmeer versuchen in die Staaten der EU zu gelangen. Sie kommen sozusagen mittel- und rechtlos in der EU an, wenn sie den Weg überhaupt überlebt haben. Kritisiert wird der Umgang mit den Flüchtlingen und die zunehmende Abschottung der EU nach Aussen, während gleichzeitig der Zusammenschluss innerhalb der Staatengemeinschaft größer wird.

 

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